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Was Kinderzähne frisst

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Forscher identifizieren weiteren Erreger von Karies

US-Forscher haben einen bisher unbekannten Karies-Erreger identifiziert, der offenbar vor allem bei kleinen Kindern eine heftige Form der Zahnerkrankung verursacht: Es handelt sich um ein Bakterium namens Scardovia wiggsiae, das zwar meistens in Kombination mit Streptococcus mutans, dem bekanntesten Karies-Erreger, vorkommt, in manchen Fällen jedoch auch alleine für die Löcher in den Zähnen verantwortlich zeichnet. Die Entdeckung soll in Zukunft helfen, effektivere Anti-Karies-Therapien zu entwickeln und Wirkstoffe zu finden, die speziell auf die Erreger zugeschnitten sind, schreiben Anne Tanner und ihre Kollegen.

Karies ist eine Infektionskrankheit der Zähne. Sie wird durch Bakterien verursacht, die von Zucker leben und dabei Säure erzeugen. Diese greift den Zahn an und kann im weiteren Verlauf der Erkrankung zu den gefürchteten Löchern führen - wenn nicht durch eine gute Zahnhygiene und eine ausgewogene Ernährung vorgebeugt wird. Vor allem bei Kindern ist Karies gefährlich, da über die Milchzähne gleich die nachrückenden, bleibenden Zähne mit angegriffen werden können.

In den meisten Fällen ist das Bakterium Streptococcus mutans der Hauptverursacher der Löcher. Da jedoch nicht jeder, bei dem dieser Mikroorganismus im Mund lebt, auch an Karies erkrankt und umgekehrt auch nicht alle Kariespatienten den Erreger im Mund beherbergen, vermuteten die Wissenschaftler, dass es noch andere wichtige Kariesauslöser geben muss.

Sie untersuchten daher den Zahnbelag von 82 Kindern, die zwischen 2 und 6 Jahre alt waren. 42 von ihnen litten unter Karies, 40 waren kariesfrei. Die in dem Zahnbelag lebenden Bakterien wurden von den Wissenschaftlern unter ganz speziellen Bedingungen kultiviert - etwa unter Ausschluss von Sauerstoff, bei einem sauren pH-Wert und auf Blutnährboden. Als die Forscher diese Kulturen anschließend untersuchten, fanden sie die Erbsubstanz von über 5.100 Bakterienarten, die sie mit Hilfe von speziellen Datenbanken identifizieren konnten.

Beim Vergleich der Bakterien von kariesgeplagten und kariesfreien Kindern zeigte sich, dass die Bakerienarten Streptococcus mutans und Scardovia wiggsiae signifikant häufiger bei Kindern mit Karies auftauchten: Achtzig Prozent der Kinder mit Karies hatten beide Bakterienarten im Mund, wohingegen achtzig Prozent der kariesfreien Kinder frei von diesen beiden Bakterien waren. Darüber hinaus entdeckten die Forscher, dass das Bakterium Scardovia wiggsiae in manchen Fällen auch dann im Zahnbelag von an Karies erkrankten Kindern vorkam, wenn das Bakterium Streptococcus mutans fehlte. Damit sei es wahrscheinlich, dass Scardovia wiggsiae zumindest in diesen Fällen der Hauptverursacher der Zahnerkrankung sei, sagen die Wissenschaftler.

Quelle: www.wissenschaft.de, Anne Tanner (Harvard University, Boston) et al: Journal of Clinical Microbiology, doi: 10.1128/JCM.02427-10
 


Schlagzeilen

Die wenigsten Menschen haben leider für das vollständige Gebiss von 32 Zähnen genügend Platz im Kiefer. Sehr oft reichen die Platzverhältnisse im Kiefer zum vollständigen und reizlosen Durchbruch der Weisheitszähne nicht aus. Etwa zwei Drittel aller Weisheitszähne bleiben im Kiefer zurück oder brechen nur unvollständig durch und müssen operativ entfernt werden. Als Folge davon können immer wiederkehrende entzündliche Reaktionen, selten Zahnverschiebungen und Beschädigungen der Nachbarzähne (z. B. Karies der Zahnwurzel) auftreten.

Meist sind solche Probleme schon frühzeitig erkennbar, so dass eine Entfernung der Weisheitszähne bereits im jugendlichen Alter, wenn der Kieferknochen noch dehnbar ist, erfolgen kann. Erfahrungsgemäß ist die Entfernung von Weisheitszähnen am unkompliziertesten, wenn in etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Zahnwurzeln ausgebildet sind. Dies ist anhand eines aktuellen Röntgenübersichtbildes zu ersehen. Die Entfernung der Nähte erfolgt etwa sieben bis zehn Tage nach der Operation.