Fluoridierung

Fluoridierung – Schutz für Ihre Zähne

Fluorid ist ein echter Helfer gegen Karies – bekannt aus Zahnpasta und Mundspülungen. Doch es wirkt nicht nur lokal auf den Zähnen, sondern kann auch systemisch über Trinkwasser, Tabletten oder Salz aufgenommen werden. Wichtig: Die richtige Dosierung schützt vor Karies, ohne Risiken wie Fluorose (weiße Flecken auf den Zähnen).

Kurze Geschichte: Von Flecken zu Schutz
Schon 1901 entdeckten Forscher in Italien weiße Zahnflecken durch zu viel Fluorid im Trinkwasser. 1938 zeigten Studien in den USA: In Maßen reduziert es Karies um bis zu 60%. Heute wissen wir: Lokale Anwendung auf bestehenden Zähnen ist effektiver als systemische Aufnahme in der Schwangerschaft oder Kindheit.

Wie Fluorid wirkt
Fluorid stärkt den Zahnschmelz, indem es größere Kristalle bildet – resistenter gegen Säuren aus Bakterienbelägen. Es hemmt schädliche Keime und baut Kalzium wieder ein. Ergebnis: Weniger Karies und gesünderes Zahnfleisch.

Lokale vs. systemische Aufnahme

Methode      Vorteile Nachteile/Risiken Geeignet für
Zahnpasta/Mundspülung Direkter Schutz, einfach anzuwenden Überdosierung bei Schlucken möglich Alle Altersgruppen
Professionelle Fluoridierung  Hohe Konzentration, sofort wirksam Nur in der Praxis Regelmäßige Prophylaxe
Tabletten Lutschen für lokalen Effekt + systemisch Dosierung abhängig von Trinkwasser Kinder/Jugendliche (0,25–1 mg/Tag)
Trinkwasser/Salz Natürliche Aufnahme Überdosierung möglich, umstritten Regionale Versorgung


Sichere Dosierung – unsere Empfehlungen

Für Kinder passen wir die Menge genau an Alter und Risiko an:

Alter Tägliche Dosis (mg Fluorid)
–<2 Jahre 0,25
2–<4 Jahre 0,50
4–<6 Jahre 0,75
Ab 6 Jahre 1,00

Tödliche Dosen sind extrem hoch (z. B. 35 mg/kg bei Kindern) und bei normaler Anwendung unwahrscheinlich. Bei Überdosierung drohen Übelkeit oder langfristig Skelettveränderungen – daher kombinieren wir Methoden nie unkontrolliert.

Unser Tipp für Sie
Kombinieren Sie lokale Fluoridierung mit guter Mundhygiene und zweimal jährlichen Kontrollen. So bleibt Ihr Lächeln kariesfrei – vorbeugen ist einfacher als heilen. Lassen Sie sich in unserer Praxis individuell beraten!

Schlagzeilen

Weisheitszähne haben mit Engständen an den vorderen Zähnen selten etwas zu tun

Das Thema kommt bei unseren Sprechstunden alle 3 bis 4 Wochen vor, wenn zum Beispiel wieder ein Jugendlicher Zahnspangenträger mit seinem großen Röntgenbild vom Kieferorthopäden zu uns geschickt wird. Der oder die Kollege/in wünscht von uns die Entfernung der Weisheitszähne. Warum und weshalb erfahren wir von der begleitenden Mutter: "Damit sich die Zähne vorne nicht verschieben". Dann folgt eine typische Auseinandersetzung zwischen uns und der Mutter über die wissenschaftliche Erkenntnis bezüglich der Weisheitszähne und deren Auswirkung auf einen frontalen Engstand. Leider hat diesem Fall der Kieferorthopäde keine zwei Sekunden über die von ihm veranlasste Zahnentfernung nachgedacht. Und würden wir das tun, was wir Deutsche am besten können, nämlich einfach ohne selber nachzudenken funktionieren, dann würden wir als der Hauszahnarzt an dieser Stelle dem Patienten die Weisheitszähne einfach entfernen. Schließlich verdienen wir damit unsere Brötchen. Das Spielchen spielen wir aber nicht mehr mit.

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